Artikel Markus Zinkl
La Sportiva Prodigio 2 (160,00 €)
Einleitung
Wenn man sich die Versprechungen von La Sportiva zum neuen Prodigio 2 durchliest, legt der Hersteller die Messlatte ganz schön hoch. Der Schuh wird als absoluter Allrounder angepriesen – quasi der perfekte Begleiter für die entspannte Hausrunde genauso wie für knallharte Ausdauerläufe. La Sportiva verspricht uns ein extrem strapazierfähiges und atmungsaktives Mesh-Obermaterial für kühle Füße bei steilen Uphills, gepaart mit ihrer exklusiven XFlow-Zwischensohle. Diese soll nicht nur überragend dämpfen, sondern bei jedem Schritt auch eine explosive Energierückgabe liefern. Dazu kommt noch die hauseigene FriXion Purple-Außensohle, die laut Hersteller mit ihren griffigen 4-mm-Stollen selbst in den technischsten Abschnitten maximale Traktion garantiert und besonders an der Ferse extrem langlebig sein soll. Kurz gesagt: La Sportiva verspricht unschlagbaren Komfort und Stabilität für die richtig langen Strecken.
Das klingt auf dem Papier natürlich fantastisch. Aber wie schlägt sich der Schuh, wenn man ihn wirklich über die Trails jagt und die Theorie auf die Probe stellt? Ich habe den Prodigio 2 ausgiebig getestet und möchte hier meine ganz persönlichen Eindrücke mit euch teilen.
Professional & Contra
Professional:
Hoher “Out-of-the-Field”-Komfort
Das Mesh-Materials ist atmungsaktiv und trocknet tremendous schnell.
Geräumige Zehenbox für anschwellende Füße bei gleichzeitig bombenfestem Sitz, selbst für schmalere Füße.
Die Dämpfung ist straff und stabil, bietet aber trotzdem eine federnde Energierückgabe.
Hervorragende Traktion auf Fels, Schotter und festen Waldwegen.
Die Dämpfung schluckt Stöße extrem intestine, sodass die Muskeln auf langen Distanzen merklich länger frisch bleiben.
Ein echter Allrounder, der als bequemer Trainingsschuh genauso intestine funktioniert wie beim Extremely-Wettkampf.
Contra:
Das 4-mm-Profil stößt bei sehr tiefem, nassem Schlamm bauartbedingt an seine Grenzen.
Die Dämpfung ist bewusst fester abgestimmt – wer ein extrem weiches, schwammiges Laufgefühl wie auf Wolken sucht, wird hier eher enttäuscht.
Tester:
Markus Zinkl ist 36 Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf in Bayern, Deutschland. Er begann mit dem Laufen nur, um seinen Hauptsport, Fußball zu unterstützen. Seit er mit dem Fußballspielen aufhörte, wurde Laufen zu seiner Hauptsportart, um match zu bleiben.
Er läuft jetzt 5-6 Mal professional Woche zwischen 60 und 80 Kilometer. Abgesehen von einem lokalen Staffellauf läuft er selten Rennen. Markus läuft sowohl auf dem Path als auch auf der Straße und ist ein absoluter Ausrüstungsgeek. Neben dem Laufen verbringt er den größten Teil seiner Freizeit mit Wandern, insbesondere in den Bergen, wo auch sein Interesse an Ausrüstung zum Tragen kommt.
Daten
Gewicht:
Testschuhe: 304 g (Herren EUR 44,5 / US 11)
Sprengung: 34 mm / 28 mm (6 mm)
Plattform:
Vorderfuß: 118 mm
Mittelfuß: 83 mm
Ferse: 96 mm
Verfügbarkeit: Erhältlich ab sofort für 160,00 €
Hyperlink zu allen RTR-Testberichten: HIER
English language Multi Tester Overview
Erster Eindruck, Passform und Obermaterial
Schon beim ersten Hineinschlüpfen battle ich positiv überrascht: Der Schuh bietet sofort einen extrem hohen Komfort. Ihr könnt ihn direkt aus dem Karton nehmen und loslaufen, eine unangenehme Einlaufphase gibt es hier schlichtweg nicht.
Das recycelte 3D-AirMesh-Materials sieht nicht nur intestine aus, sondern ist auch tremendous atmungsaktiv. Selbst wenn es mal schweißtreibend wird oder man durch Pfützen läuft, trocknet das Materials wieder sehr schnell wieder ab.
Was mir besonders gefällt, ist die verbesserte Passform. La Sportiva setzt hier auf einen etwas weiteren Schnitt, den sie “Medium-Extensive Match” nennen. Im Vergleich zu klassischen Modellen der Marke ist die Zehenbox deutlich geräumiger. Eure Zehen können sich natürlich ausbreiten, was gerade bei Ultradistanzen, wenn die Füße unweigerlich etwas anschwellen, ein echter Segen ist. Das Geniale daran: Trotz des zusätzlichen Platzes sitzen die Schuhe bombenfest, auch wenn man eher schmalere Füße hat.
Ein elastischer Mittelfußkäfig zieht den Schuh sanft, aber sicher an den Fuß, ohne dass irgendwo lästige Druckstellen entstehen.
Dazu kommt, dass der Fersen- und Knöchelbereich sowie die seitlich vernähte Zunge etwas dicker gepolstert sind als beim Vorgänger. Das Resultat ist ein perfekter Halt ohne Reibung oder Herausrutschen der Ferse. Abgerundet wird das Obermaterial durch einen leichten Schmutzabweiser und eine verstärkte Zehenkappe, die zuverlässig vor Geröll und ungewollten Tritten gegen Wurzeln schützen.
Mittelsohle
Beim Thema Dämpfung setzt der Prodigio 2 auf eine ordentliche Portion Schaumstoff. Mit 34 Millimetern Höhe an der Ferse und 28 Millimetern am Vorfuß steht man intestine gepolstert auf dem Path. Wer jetzt aber ein extrem weiches, wolkiges Laufgefühl erwartet, wird überrascht sein: Die Dämpfung ist ganz bewusst etwas straffer und fester abgestimmt. Das ist keineswegs negativ, denn dadurch fühlt sich der Schuh auf unebenem Untergrund nie schwammig an, sondern bietet eine enorm hohe Seitenstabilität.
Dabei kommt der Stickstoff injizierte XFlow Schaumstoff zum Einsatz. Dumpf oder steif läuft sich der Schuh deshalb aber nicht. Der spezielle Schaumstoff federt bei jedem Schritt angenehm mit und gibt eine schöne, lebendige Energie zurück, die einen förmlich antreibt. Ein weiteres tolles Element ist der unsichtbare Steinschutz: Ein flexibles Gewebe in der Sohle schützt die Füße zuverlässig vor spitzen Steinen, die sonst schmerzhaft durchdrücken würden. Zusammen mit der dicken Einlegesohle ergibt das einen Dämpfungskomfort, der wirklich Spaß macht.
Außensohle
Unter dem Schuh sorgt eine zweigeteilte Gummimischung für den nötigen Halt. In der Mitte der Sohle kommt ein extrem klebriges Gummi zum Einsatz, das auf Felsen quasi klebt. An den Rändern ist das Materials dagegen etwas härter, was dem Schuh an den Kanten mehr Stabilität verleiht und dafür sorgt, dass sich die Sohle nicht so schnell abnutzt.
Das Profil selbst besteht aus U-förmigen, 4 Millimeter tiefen Stollen. In der Praxis bedeutet das: Die Traktion ist auf trockenem und nassem Fels, auf feinem Geröll, Waldwegen und festem Untergrund einfach hervorragend. Man fühlt sich immer sicher und griffig unterwegs. Einzig und allein in knöcheltiefem, extrem nassem Matsch stößt das Profil bauartbedingt irgendwann an seine Grenzen – aber dafür gibt es ja Spezialschuhe fürs Grobe.
Laufgefühl und Fazit
Auf dem Path zeigt der Schuh dann sein wahres Gesicht. Das Abrollen funktioniert wahnsinnig geschmeidig und flüssig. Durch die leicht nach oben gebogene Sohlenform – den sogenannten Rocker – entsteht ein spürbarer Vorwärtsdrang, der das Laufen sehr effizient macht.
Trotz der relativ hohen Sohle verhält sich der Prodigio 2 überraschend agil. Auch auf technischen, anspruchsvollen Trails lässt er sich wendig und absolut berechenbar navigieren. Dabei gelingt La Sportiva ein echtes Kunststück: Der Schuh schützt die Füße massiv vor Stößen, filtert den Untergrund aber nicht komplett weg. Man behält ein gutes Gefühl für den Boden, was mir persönlich immer sehr wichtig ist.
Am beeindruckendsten fand ich aber, wie sehr der Schuh die Beine schont. Die dichte Dämpfung schluckt die Aufprallenergie so verlässlich, dass sich die Muskulatur selbst am Ende einer langen, harten Einheit noch erstaunlich frisch anfühlt.
Für mich ist der La Sportiva Prodigio 2 ein Volltreffer und ein absolut ehrlicher Allrounder. Er ist bequem genug, um ihn einfach als “Day by day Coach” für die gemütlichen Feierabendrunden im Wald anzuziehen, bringt aber gleichzeitig die Efficiency und Stabilität mit, um bei langen Ultradistanzen oder anspruchsvollen Wettkämpfen abzuliefern. Wer einen robusten, lauffreudigen und bequemen Begleiter sucht, der die Beine schont und auf quick jedem Untergrund funktioniert, macht mit diesem Schuh definitiv alles richtig.
Punktzahl: 8,8/ 10
Laufgefühl: 8,5 – Passform: 9 – Wert: 9 – Stil: 9 – Traktion: 8,5 – Steinschutz: 9
4 Vergleiche
La Sportiva Prodigio Professional (RTR Overview)
Der hausinterne Vergleich mit dem La Sportiva Prodigio Professional zeigt sehr anschaulich, an welche unterschiedlichen Zielgruppen sich diese beiden Varianten richten. Während der normale Prodigio 2 als robuster und bequemer Allrounder glänzt, ist das Professional-Modell völlig kompromisslos auf pure Geschwindigkeit und Wettkampf getrimmt. Der Prodigio Professional ist spürbar leichter und verfügt über ein extrem reduziertes Obermaterial, das den Fuß bei hohem Renntempo eng und aggressiv umschließt. Dadurch büßt die Professional-Variante im Vergleich zum Standardmodell zwar etwas von dem entspannten Langstreckenkomfort ein, liefert dafür aber eine deutlich explosivere Dynamik. Zusammenfassend ist der Prodigio 2 der perfekte Schuh für ausgedehnte Trainingsläufe, während der Prodigio Professional die ideale Waffe für den reinen Wettkampftag ist.
Saucony Xodus Extremely 3 (RTR Overview)
Der Saucony Xodus Extremely 3 und der La Sportiva Prodigio 2 sind direkte Konkurrenten, wenn es um ultralange Distanzen und eine geräumige Zehenbox geht. Beide Schuhe setzen auf hochmoderne, energierückführende Schaumstoffe, wobei der PWRRUN PB im Saucony ähnlich lebendig wirkt wie das XFlow-Materials im Prodigio. Während der Prodigio eine bewusst straffere und stabilere Dämpfung bietet, fühlt sich der Xodus auf extrem langen Strecken noch einen Hauch weicher an. Bei der Traktion hat der La Sportiva mit seiner klebrigen FriXion Purple-Sohle auf nacktem Fels leicht die Nase vorn, wohingegen das Saucony-Profil bei weichen Böden etwas vielseitiger punktet. Wer etwas mehr Bodengefühl und hohe Kantenstabilität sucht, greift zum Prodigio 2, während Freunde von mehr Dämpfungskomfort mit dem Xodus Extremely 3 glücklicher werden.
Merrell Agility Peak 6 (RTR Overview)
Der Merrell Agility Peak 6 tritt in einer ähnlichen Gewichtsklasse wie der Prodigio 2 an, da beide Modelle viel Schutz für ausgedehnte Path-Abenteuer versprechen. Beim Laufgefühl zeigt sich der Merrell etwas traditioneller und fehlerverzeihender, während der Prodigio mit seinem XFlow-Schaum eine deutlich dynamischere Rückfederung bietet. In Sachen Passform punkten beide mit einer angenehm weiten Zehenbox, jedoch umschließt der Mittelfußkäfig des La Sportiva den Fuß noch einen Tick präziser. Die Vibram-Sohle des Agility Peak liefert auf nassen Wurzeln und weichem Waldboden hervorragende Ergebnisse, wohingegen der Prodigio 2 auf trockenem Fels und hartem Untergrund seine wahren Stärken ausspielt. Letztendlich ist der Merrell ein überragender Dauerläufer für gemäßigtes Terrain, aber auf technisch anspruchsvolleren Trails vermittelt der Prodigio 2 mehr Stabilität und Sicherheit.
Hoka Speedgoat 6 (RTR Overview)
Der Hoka Speedgoat 6 ist der absolute Platzhirsch bei stark gedämpften Path-Allroundern und ein spannender Vergleichspartner zum Prodigio 2. Im direkten Vergleich bietet der Prodigio im Vorfußbereich spürbar mehr Platz für die Zehen, was besonders bei langen Läufen von großem Vorteil ist. Der Speedgoat 6 schluckt mit seiner massiven Dämpfung jeden spitzen Stein absolut souverän, fühlt sich aber dadurch weniger bodennah an als der agilere La Sportiva. Beim Thema Grip zieht der Hoka dank der herausragenden Vibram Megagrip-Außensohle in extrem rutschigem oder schlammigem Gelände leicht am Prodigio vorbei. Dennoch punktet der Prodigio 2 mit einer direkteren Energierückgabe und einem flüssigeren, effizienteren Abrollverhalten über den ausgeprägten Rocker. Wer die ultimative Traktion im Matsch braucht, wählt den Speedgoat, wer mehr Platz und ein dynamischeres Laufgefühl sucht, entscheidet sich für den Prodigio.
Die Schuhe, die Grundlage dieses Assessments sind, wurden uns von La Sportiva kostenlos zur Verfügung gestellt. Die dargestellten Meinungen sind unsere eigenen.
Wir freuen uns über Kommentare und Fragen in der Kommentarrubrik.
Um bestmöglich auf eure Fragen einzugehen, nennt nach Möglichkeit euer Laufpensum, Geschwindigkeiten, Renndistanzen und eure aktuellen Schuhe.
Hier könnt ihr den Prodigio 2 kaufen
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