Aenergy Path Vest 12 (€ 170,00)
Einleitung
Wer im alpinen Gelände schneller unterwegs ist, steht oft vor einem Kompromiss: Klassische Wanderrucksäcke sitzen bei hoher Dynamik meist zu locker, während ultraleichte Trailrunning-Westen im Kontakt mit Fels oder Ästen schnell an ihre Grenzen kommen. Die Mammut Aenergy Path Vest 12 versucht, genau diese Lücke zwischen Stabilität und Robustheit zu schließen. Ich habe mir die Weste im Praxiseinsatz genauer angesehen, um herauszufinden, wie dieses Konzept aufgeht.
Materials, Konstruktion und Gewicht
Mammut geht bei der Materialauswahl einen anderen Weg als viele Hersteller, die rein auf elastisches Mesh setzen. Die Weste nutzt eine Hybridkonstruktion: An den tragenden und beanspruchten Stellen kommt ein abriebfestes Ripstop-Gewebe (Polyamid-Elasthan-Polyethylen-Combine) mit PFC-freier DWR-Imprägnierung zum Einsatz. Der Rücken besteht aus einem atmungsaktiven 3D-Mesh.
Diese robuste Bauweise spiegelt sich auch im Gewicht wider. Das reine Netto-Gewicht liegt je nach Konfektionsgröße (XXS bis XL) zwischen 230 g und 310 g. Im Vergleich zu extrem minimalistischen Westen ist die Mammut-Weste etwas schwerer, zeigt sich dafür aber in Sachen Langzeitstabilität unempfindlicher. Wo hochelastische Netztaschen anderer Hersteller mit der Zeit ausleiern oder Reißverschlüsse durch salzhaltigen Schweiß korrodieren, bleibt das Ripstop-Materials formstabil und die Reißverschlüsse laufen zuverlässig.
Passform
Die Passform ist bei einer Laufweste entscheidend, um Scheuerstellen zu verhindern und die Atembewegung nicht einzuschränken. Mammut nutzt hier zwei funktionelle Ansätze:
Das TriPoint-Regulate-System: Anstelle von starren Brustgurten wird die Weste über zwei elastische Kordelzüge fixiert, die über jeweils drei Punkte an den Flanken verlaufen. Beim Festziehen verteilt sich der Zug gleichmäßig über den Brustkorb. Das System hält die Weste auch in schnellen Downhills stabil, lässt dem Brustkorb bei steilen Anstiegen aber genug Raum zum Atmen.
Schnittführung im Nacken: Die Schultergurte sind so platziert, dass sie weiter außen auf dem Trapezmuskel aufliegen. Der Nackenbereich ist tief genug ausgeschnitten. Dadurch wird verhindert, dass die Kanten bei intensiver Armbewegung an der Haut reiben, wenn man beispielsweise nur ein trägerloses Singlet trägt.
Taschenlayout
Das Verstaungskonzept basiert auf einer klaren Aufteilung zwischen Ausrüstung und Verpflegung. Mit insgesamt 14 Taschen bietet das System viele Optionen, um die Ausrüstung zu organisieren.
Zusätzliche Options: Für den alpinen Einsatz ist ein passiver RECCO-Rettungsreflektor fest integriert, der die Ortung durch Rettungskräfte im Notfall erleichtert.
Faltstöcke können über zwei Schlaufen am unteren Saum fixiert werden. Das funktioniert am besten, wenn das Hauptfach nicht komplett leer ist, da sonst die nötige Gegenspannung des Supplies fehlt. Alternativ bietet die Weste Fixierungspunkte für den separat erhältlichen Stockköcher (Aenergy Path Quiver).
Verbesserungspotential
Reduzierte Belüftung am Rücken: Das Hauptfach verfügt über einen integrierten Liner (Innenfutter). Dieser dient als Schweißbarriere und sorgt dafür, dass Wechselkleidung im Hauptfach nicht durch den Rückenschweiß feucht wird. Das funktioniert in der Praxis intestine, allerdings reduziert der Liner die Atmungsaktivität spürbar. An heißen Tagen kommt es unter dem Hauptfach zu einem Wärmestau. Kleinere Modelle wie die Aenergy TR 5 verzichten auf diesen Schutz, sind dadurch besser belüftet, erfordern aber das Einpacken der Ausrüstung in wasserdichte Beutel.
Fazit
Die Mammut Aenergy Path Vest 12 zeigt sich als durchdachtes und langlebiges Werkzeug für technische, alpine Läufe. Das TriPoint-System und die Taschenaufteilung sind funktional auf die Praxis abgestimmt.
Die Weste eignet sich aufgrund ihrer robusten Konstruktion vor allem für Ultraläufer und Velocity-Hiker, die ein stabiles Tragesystem für wechselndes Terrain suchen und zusätzliche Sicherheitsfeatures wie den RECCO®-Reflektor schätzen. Wer primär ein Modell für heiße Sommertage sucht und maximalen Fokus auf Belüftung legt, findet in minimalistischen Mesh-Westen eine luftigere Various. Für anspruchsvolle Touren, bei denen Wetterschutz, Notfallausrüstung und Verpflegung sicher und vor allem komfortabel transportiert werden müssen, ist die Aenergy Path Vest 12 jedoch einen Blick wert.
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Markus Zinkl ist 36 Jahre alt und lebt in einem kleinen Dorf in Bayern, Deutschland. Er begann mit dem Laufen nur, um seinen Hauptsport, Fußball zu unterstützen. Seit er mit dem Fußballspielen aufhörte, wurde Laufen zu seiner Hauptsportart, um match zu bleiben.
Er läuft jetzt 5-6 Mal professional Woche zwischen 60 und 80 Kilometer. Abgesehen von einem lokalen Staffellauf läuft er selten Rennen. Markus läuft sowohl auf dem Path als auch auf der Straße und ist ein absoluter Ausrüstungsgeek. Neben dem Laufen verbringt er den größten Teil seiner Freizeit mit Wandern, insbesondere in den Bergen, wo auch sein Interesse an Ausrüstung zum Tragen kommt.
Das Testexemplar wurde kostenlos zur Verfügung gestellt. Die dargestellten Meinungen sind unsere eigenen.
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